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Gesellschaft

Kiste auf dem Kopf und Schlüssel weg Erzählperformance
Do. 02.12.2021 19:00
Aschaffenburg

"Fünf Minuten bist du frei in deinem Leben, nach der Geburt, und dann wird über deinen Namen, deine Nationalität, deine Religion und deine Gemeinschaft entschieden und du wirst den Rest deines Lebens damit verbringen, für Dinge zu kämpfen und dumm zu verteidigen, die du nicht gewählt hast." Ramo Ali erzählt an diesem Abend aus eigener Erfahrung, wie es ist, Antisemitismus und Hass auf Israel von klein auf in einer Diktatur eingetrichtert zu bekommen, eine verschlossene Kiste als Kopf zu haben mit fremden Gedanken darin. Und wie schwierig es für Menschen aus arabischen Ländern ist, sich hier in Deutschland davon zu befreien. Denn der Schlüssel, um diese Kiste zu öffnen und an den Inhalt heranzukommen, ist weg. Kritisch-entwaffnend, einfühlsam und humorvoll beleuchtet Schauspielerphilosoph Ramo Ali, wie es zu dieser Kopf-Kiste kommt und zeigt, wie er sie trotz verlorenem Schlüssel öffnen und sich von ihrem Inhalt befreien konnte. Er zeigt Wege auf, sich von Stereotypen und Feindbildern zu lösen, und macht in der Tradition einer universellen Aufklärung Mut zur inneren Freiheit und zur Verständigung zwischen den Kulturen. Ramo Ali wurde 1985 im kurdischen Teil von Syrien geboren. Mit 13 Jahren begann er seine Karriere als Schauspieler. 2002 bis 2004 besuchte er eine Theaterakademie in Damaskus. 2009 kam er wegen eines Auftritts im Libanon ins Gefängnis. 2011 floh er nach Deutschland. Er lebt seither als freier Schauspieler in Neu-Ulm und war auf den verschiedensten deutschen Bühnen zu sehen, z.B. in der Europa-Trilogie "Empire" des Schweizer Regisseurs Milo Rau. Neben seiner Tätigkeit als Theaterschauspieler engagiert er sich in Fernsehsendungen, Performances und Workshops für Menschenrechte und eine friedliche und respektvolle Gesellschaft, zuletzt in der ARD-Alpha-Reihe "Respekt" des Bayrischen Rundfunks. Im Mai 2019 erhielt er die deutsche Staatsbürgerschaft.

Kursnummer 210157
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Gebühr: kostenlos
Dozent*in: Ramo Ali
Das Aschaffenburger-Stolperstein-Projekt Gedenken an die Menschen und Brücke nach Israel
Do. 27.01.2022 18:00
Aschaffenburg

Das Projekt "Stolpersteine in Aschaffenburg - Die Menschen hinter den Steinen" soll es Menschen ermöglichen, mehr Hintergrundinformationen zu den "Stolpersteinen" via Smartphone zu erhalten. Seit 2014 suchen in jedem Schuljahr 15 Schülerinnen und Schüler des Projektseminars Geschichte der 11. und 12. Jahrgangsstufe des Karl-Theodor-v.-Dalberg-Gymnasiums im Stadt- und Stiftsarschiv Aschaffenburg biographische Informationen über die jüdischen Bürger, denen in den vergangenen Jahren in Aschaffenburg "Stolpersteine" gewidmet wurden. Diese werden von den Schülerinnen und Schülern dem Rabin-Gymnasium in Kfar-Saba (Israel) in Zusammenarbeit mit Holocaust-Überlebenden ins Hebräische übersetzt und durch Archivarbeit in Israel vervollständigt. Das Projekt geschieht auf Anregung und in Zusammenarbeit mit dem Aschaffenburger Oded Zingher (Verein Jüdisches Unterfranken e.V.), der eine Datenbank und Smartphone-App zu diesem Zweck programmiert hat. In diese App werden die Informationen aus der Archivarbeit eingearbeitet. Ziel der App ist es, interessierten Bürgern und Besuchern zu ermöglichen, bei einem Rundgang durch die Stadt an jedem Stolperstein passgenaue Informationen über die Menschen zu erhalten, die dort einmal gewohnt haben. Damit soll die Erinnerung an den Holocaust am Leben gehalten werden, gerade für die Zeit, in der es keine überlebenden Zeitzeugen mehr geben wird. Ziel des Projekts ist es aber auch, im Rahmen der Projektarbeit Jugendliche aus Israel und Deutschland in Kontakt zu bringen, gegenseitiges Verständnis zu fördern und über die gemeinsame Geschichte eine Basis für Toleranz und Freundschaft zu schaffen. Daher treffen sich seit 2016 die jeweils an dem Projekt arbeitenden Schülergruppen aus Deutschland und Israel in beiden Ländern jedes Jahr zu mehrtägigen Begegnungen. An dem Abend stellen Schüler*innen des Dalberg-Gymnasiums die Biografien einzelner Menschen hinter den Stolpersteinen vor. Oded Zingher und Stefanie Goethals präsentieren die Arbeit an der Datenbank. Anschließend können Zuhörer*innen mit den Akteuren über die Möglichkeiten und Ziele der Erinnerungsarbeit ins Gespräch kommen. Die Veranstaltung in Kooperation mit dem Stadtarchiv Aschaffenburg findet statt am bundesweiten Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Der Eintritt ist frei. Das Stolperstein- und Datenbank-Projekt freut sich über Spenden.

Kursnummer 131003
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Gebühr: kostenlos
nur Abendkasse
Dozent*in: Oded Zingher